PATRIA-WKC Solingen Fahrrad

Militärfahrräder, zu Hunderttausenden hergestellt, wurden nach dem Krieg meist bis zur Verschleißgrenze weitergefahren und dann verschrottet. Ein Fahrrad ist eben nicht so was Besonderes, oder doch? Die Zeiten ändern sich, jetzt wo es nicht mehr viele echte alte Wehrmachtsfahrräder gibt. Die Firma PATRIA-WKC Solingen war einer der offiziellen Hersteller von Truppenfahrrädern. Wir sind im Besitz eines Originalfahrrades mit „gestempelter Historie“. Wir haben das Rad teilrestauriert, aber nur an den nötigen Stellen. Neben der technischen Überholung wurden weitere Teile angebaut: Dynamo, Werkzeugtasche aus Ersatzmaterial, Tarnrücklicht und Drahtreifen nach altem Vorbild. Die Kennzeichnung wurde auflackiert. Außerdem wurde das Rad bepackt.
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7 Kommentare

  1. Guten Morgen,
    ich habe ein Brennabor, welches viele Merkmale eins Truppenrads
    hat, zb Express-Lenker mit dazugehöriger Stempelbremse.
    Jahreszahl-Stempel 1940 am Oberrohr..
    Das Rad wirft mir jedoch ein Rätsel auf, die schwarze Lackierung
    ist nicht Original, vielmehr scheint es unter dem Scchwarz im
    Original Sandgelb gewessen zu sein.
    Nun zu meiner Frage, gab es auch sangelbe Truppenräder die im
    laufe des Kriegseinsatz noch nachträglich schwarz lackiert wurden?
    Ich würde mich freuen von Ihnen zu hören.
    Mit freundlichen Sammlergrüßen
    Kai Schrimpf

    1. Der Anstrich von Fahrrädern war lt H.Dv. 488/1 vom 20.4.1933 schwarz Nr.5 matt. Nach H.Dv. 293 v. 26.5.1942 waren Rahmen, Schutzbleche und Felgen schwarz emailliert; alle übrigen Teile brüniert oder auch schwarz emailliert. Da der dunkelbraun-dunkelgraue Anstrich von 1937 nur den Buntfarbenanstrich von 1933 ersetzte, dürfte der schwarze Anstrich für Fahrräder weiter verwendet worden sein. Der einfarbig dunkelgraue (Nr.46) ersetzte 1940 den dunkelbraunen-dunkelgrauen Anstrich. Auch der dunkelgelbe (RAL 7028) Anstrich, der wiederum den dunkelgrauen ablöste, wurde nur für Großgerät verwendet. Für Kleingerät blieb der bisherige Anstrich. Diese Bestimmung galt auch für den grünen (RAL 6003) Anstrich ab Januar 1945. Daher dürfte der mattschwarze Anstrich bei Fahrrädern bis Kriegsende verwendet worden sein. Alle bisher gefundenen Gepäckträger und Kisten waren schwarz lackiert.
      (Auszug aus dem Linkverweis)

  2. Man muß mal an dem Rad der Zeit drehen und sich in die Lage eines Herstellers für Fahrräder versetzen , die haben in den Kriegsjahren versucht so viel wie möglich zu verkaufen ,so auch an die Wehrmacht so wurden Fahrräder die für den zivilen Bereich bestimmt waren einfach umlackiert und ab ging es an die Front und den Soldaten hat weder die Herkunft noch die Vorschrift interessiert nur den Gebrauch. So ist es das Truppenfahrräder andere Farben haben oder Lenker und und und …
    Man sollte nicht so viel wert auf niedergeschriebene Vorschriften legen, denn diese stimmen meistens nicht 100% mit dem was war überein.

  3. Die Anzahl der im Handel zu erwartenden Anzahl von Truppenfahrrädern, ist ( gemessen an der Produkionszahl ) deswegen so gering, weil die Verbrauchsrate im Kriegsjahr 1945 extraorbitant hoch war. Außerdem haben die alliierten Streitkräfte die eroberten Räder mitgenommen, z.T. sind wohl auch einfache Soldaten mit einem Beutefahrrad in ihr Heimatland zurrückgekehrt. Die deutsche Bevölkerung mußte, zumindest Gebietsweise, von der französischen Besatzungszone weiß ich es genau, auch ihre zivilen Fahrräder an die Besatzungsmacht abliefern und sah sie nie wieder. Truppenräder, die die deutsche Bevölkerung aus Wehrmachtbeständen „requiriert“ hatte, gerieten so an die Besatzer. Die Fahrräder die vor den Ausländern in Uniform hatten versteckt werden können, waren oft unsachgemäß in feuchter Umgebung einglagert oder gar der Witterung ausgesetzt. Ein Fahrrad zu benutzten war zunächst also erst einmal nicht möglich, da es sogleich von einem Besatzer übernommen worden wäre.
    Die Fahrräder gammelten also vor sich hin. Dazu kam die ausgesprochen angespannte Ersatzteillage zumindest bis nach der Währungsreform 1948. D.h. viele Räder haben dem Schrotthandel ein Auskommen bereitet. Auf alliierter Seite war die Ersatzteilbeschaffung ebenfalls problematisch. Rußland hatte selbt nichts, also war auch hier der Schrottpaltz vorprogrammiert. Die USA und Großbritanien hatten die Zollnorm, die mit der deutschen metrischen nicht kompatibel war. Ersatzteilbeschaffung war also auch im anglophonen Raum ein echtes Problem, so daß auch dort die meisten Fahrräder als Verbrauchsmaterial recht schnell beim Schrotthändler gelandet sind. Es bleiben also die Räder übrig die Veteranen als Souvenier in der heimatlichen Scheune abstellten und vergaßen. Ähnlich sieht es in Deutschland und Österreich aus.
    Somit bleiben nur sehr wenige Fahrräder übrig, die die Zeit überdauert haben und dies spiegelt der Markt wieder.

  4. Hallo zusammen,
    Ihre Beiträge haben mir sehr geholfen!
    Ich Besitze auch ein sehr schönes Truppenfahrrad.
    Nun meine Frage,
    Wie häufig traten die Zeltbahnhalterungen an dem Lenker auf?
    Ich habe bisher auf Originalfotos nur die Zeltbahn am Lenker ohne Halterung erkennen können. Waren diese Halterungen nur in seltenen Fällen an Truppenfahrrädern montiert?
    Über eine Antwort von Ihnen würde ich mich sehr freuen!
    Sammlergruß,
    R. Radajewski

  5. hi i have a patria wkc bicycle of 1939.It may have been used during the war? can i have the photo of the video to be able to restore in the best way the bicycle. thanks luca

  6. Hallo Radfreunde,
    baue mir gerade ein „Truppenrad“ selber zusammen. Die Teile inkl Rahmen sind aus der Zeit von ca 1948-1954. Ein Damen-Rad als Spender für die Stempelbremse von Standard, der Rahmen von Goericke..so fing alles an . Die Lackierung erfolgt in RAL 6003, eine alte Favorit Eingang Nabe werde ich verbauen.
    Alles zwar nicht original, aber doch authentisch. Da selbst für Schweizer Ordonnanzräder überzogene Preise ausgerufen werden, greife ich zur Eigen-Initiative. Werde dann ein Foto vom komplettierten Rad posten.

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