Fazit zu den Medienberichten zum Festumzug beim “Tag der Sachsen” 2012 in Freiberg

Presse z.B. „Berliner Kurier“
Fernsehen „MDR-Bericht“ (.flv-Stream)

30.11.2012 Die IG Militärtechnikfreunde Sachsen hat am diesjährigen „Tag der Sachsen“ als einer der rund 500 Vereine auf Einladung der Stadt Freiberg teilgenommen. Dabei waren wir auch unter den rund 4.000 Mitwirkenden am traditionellen Festumzug am Sonntag, die das sächsische Vereinsleben und insbesondere die sächsische Geschichte präsentierten.

Unsere Interessengemeinschaft, die seit über acht Jahren besteht, sammelt und restauriert historische Militärtechnik. Beim Festumzug zum „Tag der Sachsen“ wurde die sächsische Militärgeschichte verschiedener Epochen gezeigt. Neben dem Mittelalter, vor allem dargestellt von Landsknechten mit Spießen und Armbrüsten, sowie Rittern mit Büchsen und Kanonen, war Technik aus dem Ersten und Zweiten Weltkrieg, ebenso aus der Zeit der DDR, zu sehen.

Unser historischer Ansatz für ein Schaubild war die kampflose Übergabe der Stadt Freiberg durch den damaligen Bürgermeister Dr. Hartenstein. Hierfür durften wir gemäß den vertraglichen Vereinbarungen mit dem Veranstalter  alte Fahrzeuge des Zweiten Weltkriegs, insbesondere Solo- und Seitenwagenmotorräder, Kübelwagen und LKW mit den dazugehörigen Kostümen zeigen. Reenactment oder Living-History heißt das heutzutage. Im Gegensatz zur gezeigten Fahrzeugtechnik handelte es sich bei der Bekleidung nicht um Originale. Unser Interesse gilt ausschließlich der Technik, nicht den Uniformen. Zudem wurde bewusst auf jede übermäßige Hoheitszeichendetaildarstellung – auch an den Fahrzeugen – verzichtet. Nationalsozialistische Symbole wurden nicht gezeigt, obwohl dies nach Absatz 3 des § 86 StGB erlaubt wäre. Das unterstreicht, dass wir uns vom Gedankengut des Nationalsozialismus und deren Verherrlichung nachdrücklich distanzieren. Soweit wir  gemäß den vertraglichen Vereinbarungen demilitarisierte, das heißt nicht funktionsfähige Dekowaffen mitführten, wurde auf strikte Einhaltung der rechtlichen Vorgaben geachtet, was vor Ort mehrfach behördlich kontrolliert wurde.

Vom Organisator des Festumzuges wurden wir in das Thema 6 „Geschichte und Tradition“ integriert. Auch wenn diese Kategorie zunächst richtig anmutet, so war doch die Umrahmung durch kunterbunte Fanfarenzüge unpassend. Hierdurch mag auch der falsche Eindruck einer Glorifizierung entstanden sein. Wir geben uns große Mühe die Zeit des Zweiten Weltkrieges optisch real darzustellen und das ist grundsätzlich kein fröhliches Bild. In der Gesamtdarstellung der deutschen Militärgeschichte, wie oft bei großen Festumzügen üblich, darf diese Zeit nicht ausgeblendet sein. Jeder Veranstalter sollte es deshalb zu schätzen wissen, wenn er eine so kompetente Gruppe wie uns verpflichten kann. Vor einem Jahr in Kamenz stimmte die Gliederung der militärgeschichtlichen Thematik und es gab deshalb keinerlei Missverständnisse. Aber auf die Abfolge des Festumzugs hatten wir keinerlei Einfluss und auch im Vorfeld darüber keine Kenntnis.

Dass unsere öffentlichen Auftritte einen angemessenen Umgang mit der Geschichte beinhalten, zeigen die seit Jahren regelmäßigen Einladungen zu kleineren wie auch namhaften Großveranstaltungen. Bislang wurde uns noch nie eine rechte Gesinnung unterstellt. Schon gar nicht wenn man uns persönlich kennt. Kopfschüttelnd nehmen wir zur Kenntnis, dass jetzt einzelne Politiker für ihre eigene Profilierung versucht haben, uns – mit bloßer Effekthascherei – unzureichende Geschichtskenntnisse, einen kriegsverherrlichenden Auftritt oder braunes Gedankengut vorzuhalten. Sehr bedauerlich ist, dass Medien derartigen Klischeeverleumdungen, teilweise unter Missachtung journalistischer Sorgfaltspflichten, eine Plattform bieten und damit einer so tollen Veranstaltung, der Stadt Freiberg und ganz Sachsen einen erheblichen Imageschaden zufügen. Hier sollte die Politik intern ansetzen!

Nachtrag 05.02.2013 Link: Freie Presse  ;  Junge Welt  Unsere IG lässt sich durch Falschbehauptungen und Beschimpfungen von einem Politiker nicht provozieren. Einige IG-Freunde besuchen deshalb sogar gelegentlich politische Flügelveranstaltungen, um sich ein Bild von den gegensätzlichen Denkweisen zu machen und berichten meist kopfschüttelnd über die Borniertheit in beiden Lagern. Wir restaurieren und präsentieren die Technik aus dem Zweiten Weltkrieg in gesetzlichem Rahmen, für Museen, für Filmproduktionen und bei Festumzügen mit geschichtlichem Hintergrund. Dies ist keine Hommage an diese Zeit, sondern die technische Aufarbeitung eines Teils der deutschen Einwicklung.  Wir werden das auch nicht immer wieder erklären, wenn politisch Profilierungsbedürftige aufschreien.     

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